$4000 für Tickets, 150 Bewerbungen über Seek und eine Google-Maps-Suche nach „civil“: So hab ich meinen Job auf der Baustelle in Australien bekommen

Hi! Ich bin Working Holiday Maker und arbeite seit einem Jahr auf Tiefbau-Baustellen in Brisbane.

Die größte Frage, wenn man sein Working Holiday plant: "Wie finde ich überhaupt einen Job?"

Ich hab dabei ziemlich viel Geld und Zeit verbraten.
Über $4,000 für Tickets ausgegeben und mich über Seek bei 150 Firmen beworben, aber gemeldet hat sich kein einziges Mal jemand.
Den Job hab ich am Ende auf einem komplett anderen Weg gefunden. Genau darum geht's heute.

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1. 150 Bewerbungen über Seek → 0 Rückmeldungen

Ich hab mich über Seek bei 150 Firmen für Baustellenjobs beworben. Ergebnis: null Rückmeldungen.
Seek ist nicht schlecht. Aber in meinem Fall hat es für Jobs auf dem Bau einfach nicht funktioniert, deshalb empfehle ich es dafür nicht.

2. Neue Strategie: Agenturen + direkte E-Mails

Mit dem Gedanken "Einfach überall aktiv anfragen" hab ich zwei Sachen parallel gemacht.

① Lebenslauf (Resume) bei Agenturen hinterlegen
Baustellenjobs laufen oft über Agenturen. Diese hab ich mir angeschaut:

Celotti / 701 Recruitment / Aston Advantage / Fetch Recruitment / Workpac / AWX / Programmed Skilled Workforce / Omni Recruit / JV Recruitment

  • Gemeldet wird sich meistens per SMS und E-Mail.
  • Wenn dein Lebenslauf hinterlegt ist, melden sich die ersten im besten Fall sofort, spätestens aber innerhalb eines Monats.
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② Bei Google Maps 'civil' suchen → Firmenwebsite → Bewerbungs-E-Mail
Ich hab Google Maps geöffnet, nach 'civil' gesucht, die Websites der Firmen aufgerufen und Bewerbungs-E-Mails geschickt.
Statt nur auf die Agenturen zu warten, hab ich mich selbst zuerst gemeldet.

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3. 5-Minuten-Gespräch auf der Baustelle einer angeschriebenen Firma → Zusage

Nebenbei war ich die ganze Zeit mit den Agenturen in Kontakt. Bei einer hätte ich fast angefangen.
Am Ende hatte ich aber ein 5-minütiges Vorstellungsgespräch auf der Baustelle einer Firma, der ich gemailt hatte, und bekam die Zusage.
Etwa einen Monat nach meiner Ankunft hab ich dort als Casual Labourer angefangen, und inzwischen arbeite ich bei der Firma in Vollzeit.

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Halt die E-Mail kurz (Beispiel)

Das ist nicht wortwörtlich meine Mail, sondern ein Beispiel, das du für deine erste Bewerbung leicht übernehmen kannst.

────────────
Subject: Labourer enquiry - [Your Name] (White Card holder)

Hi [Company name],

My name is [Your Name], a working holiday maker based in Brisbane.
I hold a White Card and I'm looking for labouring work on your civil sites.
I'm available to start immediately. My resume is attached.

Thanks,
[Your Name]
[Phone number]
────────────

Lang muss sie nicht sein. Wer du bist, welche Tickets du hast und ab wann du anfangen kannst – das reicht.


Beim Fitnesstest der Agenturen nicht übertreiben

Manche Agenturen messen Größe, Gewicht und Griffkraft und lassen dich einen kurzen Lese- und Schreibtest machen. Einige machen auch Fitnesstests wie Wasserkanister tragen, Gewichte halten oder Liegestütze.
Solange du das Minimum schaffst, scheint das nicht viel auszumachen, also verletz dich nicht, nur weil du dich unnötig verausgabst.

Viele Tickets = Job? Leider nein

An Maschinen lassen sie Leute ohne Erfahrung eigentlich nur Roller, Skid steer🔒, Moxy🔒. Mit diesen Tickets hast du die Chance, auch mal auf eine Maschine zu kommen.
Trotzdem: Mach erst mal die White Card. Den Rest kannst du ganz entspannt machen, wenn du ihn im Job wirklich brauchst.


Kurz zusammengefasst

  • Lieber Agenturen + direkte E-Mails statt Seek
  • Ohne Kontakte zählt vor allem, dass du motiviert bist und dich reinhängst. Manche finden ihren Job auch, indem sie Firmen direkt anrufen.
  • Bei den Tickets mit der White Card anfangen

Tipps zur Jobsuche und eine Liste der Agenturen findest du auch im kostenlosen Jobi-Guide "Vom Visum bis zum ersten Arbeitstag".
Und wenn du erst mal auf der Baustelle bist, wird das Baustellenenglisch zur echten Hürde. Deshalb hab ich die Wörter mit Fotos im Jobi-Wörterbuch gesammelt.

🧭 Zum Guide „Vom Visum bis zum ersten Arbeitstag“ →

Wo hast du deinen Job gefunden? Schreib's in die Kommentare.

Im nächsten Beitrag erzähle ich, wie ich die Tage für die Visumsverlängerung (Second-Year-Visum) beim Arbeiten in Stadtnähe gesammelt habe.

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